Tod durch Wölfe und irreführendes Engagement. Die Kenton Carnegie Tragödie

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V. Geist

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in redigierter Form ohne den Hinweisteil, aber mit zwei Randbemerkungen, wovon eine unter dieser Datei beigefügt ist, veröffentlicht als Geist, V. 2008. Death by Wolves and the power of Myths: the Kenton Carnegie Tragedy. Fair Chase Vol. 23, No. 4 pp. 29-33. Winter issue. Diese elektronische Version ist zu bevorzugen für professionelle Arbeit, da sie zwei relevante Hinweise enthält.

Entwurf vom 22. April 2008
Essay no. 2. Fair Chase

Tod durch Wölfe und irreführendes Engagement.
Die Kenton Carnegie Tragödie

Am 8. November 2005 wurde der 22-jährige, mit einem Stipendium ausgezeichnete Student der Geologischen Ingenieurwissenschaften, Kenton Joel Carnegie von der Universität von Waterloo, Ontario, Kanada, in Nord Saskatchewan von einem Rudel Wölfe getötet. Während er sicherlich nicht das einzige Opfer von Wolfangriffen in Nordamerika im letzten Jahrhundert gewesen ist, basierend auf Gesprächen mit Einheimischen und einem gründlichen Rückblick auf Fallbeispiele, war es der am besten untersuchte Fall bis heute (1). Im Verlauf jener Untersuchung wurden Tatsachen entdeckt, die diskutiert werden müssen, da sie bedeutende Auswirkungen für die Handlungsweise im Wildlifeschutz und die menschliche Sicherheit haben. Jedoch müssen wir untersuchen, was mit Kenton Carnegie geschah, da es relevant ist zu den folgenden Betrachtungen.

Mr. Carnegie war in einem gemeinschaftlichen Universitätsprogramm tätig, das Studenten erlaubte, praktische Erfahrungen durch Besuche im Bergbau zu sammeln. Er wurde nach Points North Landing geflogen, einem Bergbaucamp in der Nähe von Wollaston Lake in North Saskatchewan. Schlechtes Wetter verzögerte seine Rückkehr. Am 4. November 2005 hatten Todd Svarchopf, ein erfahrener Buschpilot, und Chris van Galder, ein Geophysiker, zwei von Kenton’s Campkameraden, ein Zusammentreffen mit zwei aggressiven Wölfen auf dem Flugplatz in der Nähe des Camps. Die zwei jungen Männer wehrten die Attacke ab, fotografierten die Wölfe und erzählten jedem im Camp. Der Vorfall wurde offensichtlich verharmlost, obwohl die jungen Männer zwei Tage, bevor Kenton getötet wurde, bei einem Essen in einer örtlichen Hütte von einem erfahrenen Nordländer, Bill Topping (ein zeitweiliger car pilot, das bedeutet, ein Führer, der Schwertransporte durch das Labyrinth von unwegsamen Straßen in North Saskatchewan führt). Er bewunderte die Bilder und sagte seinen Gästen, dass sie sich glücklich schätzen dürften, noch am Leben zu sein!
Im Herbst und im frühen Winter 2005 gab es in Point North Landing Beweise für Umstände, die eine Wolfsattacke auf Menschen erleichtern, gefolgt von vorhersehbaren Erkundungsattacken von Wölfen am 4. November. Das bedeutet, die Ereignisse, die zum Tod von Kenton Carnegie führten, folgen den Mustern, die Attacken auf Menschen vorhersagen, wie für Wölfe beschrieben (2) und vorher für städtische Kojoten, die sich Kinder in Parks zum Ziel nehmen. Es ist ein Muster von wachsenden Beobachtungen von Menschen und des sich an sie Gewöhnens, gefolgt von Kühnheit und Attacken auf Haustiere und Vieh, gefolgt von sich nähern an Menschen und, sie testen mit Rangeleien vor einer tödlichen Attacke. Beide Arten von Kaniden (Canus…) erkunden alternative Beute in der gleichen Art und Weise. Unglücklicherweise erkennt niemand die wachsende Gefahr (4). Darüber hinaus war die Frage, wie die Wölfe sich Menschen zum Ziel nehmen, nicht von heutigen Wolfsbiologen in Erwägung gezogen worden, wahrscheinlich wegen des vorherrschenden Glaubens, dass Wölfe Menschen nicht angreifen. Vier Wölfe in Points North Landing hatten begonnen, in jenem Herbst den Abfall des Camps zu fressen und gewöhnten sich zunehmend an menschliche Aktivitäten.

Am 8. November 2005 ungefähr 15.30 Uhr setzte Kenton Carnegie van Gelder davon in Kenntnis, dass er eine Tour entlang des Sees machen würde und bis spätestens 17.00 Uhr zurück wäre. Kenton war schon zuvor an den Weststrand von Wollaston Lake zum Fischen gegangen. Die Gegend ist einsam und nicht offen für unbefugten Verkehr. Ungefähr 18.15 Uhr begannen Chris van Gelder und Todd Svarchopf nach ihm zu suchen, weil er bis dahin nicht zum Dinner erschienen war, aber sie konnten ihn im Camp nicht finden. Todd sah Kentons Spuren im frischen Schnee, wie sie das Camp verließen, aber nicht zurückkehrten. Gegen 18.30 Uhr fuhren Chris und Todd und Mark Eikel, Miteigentümer des Camps, in einem Truck los, um Kenton zu suchen. Frischer Schnee war gefallen, und die Gruppe folgte den deutlichen Fußspuren, welche vom Camp nach Süden führten. Wegen des frischen Schnees konnten sie leicht den Spuren folgen (das erklärt auch die verharschten Fußabdrücke von Wölfen, wie sie am nächsten Mittag fotografiert wurden von Constable Alfonse Noey von der Royal Canadian Mounted Police [RCMP]). Kentons Spuren führten in Richtung Strand des Lake. Als Eikel und seine Gefährten auf Wolfsspuren trafen, kehrten sie um zurück zum Camp, weil Eikel sein Gewehr, eine stärkere Taschenlampe und ein Funkgerät holen wollte (es gab keine Haushunde in Point North Landing). Die Gruppe fuhr dann in eine nahe gelegene Hütte, weil sie dachten, Kenton könnte dort sein, fanden aber keine seiner Fußspuren. Sie fuhren mit dem Truck zur Ausgangsstelle zurück und sahen bald, dass Kentons Fußspuren die Straße verließen und einen Pfad entlang in Richtung des Sees führten. Da waren Wolfsspuren auf dem Pfad. Dann sahen sie, wie Kentons Fußspuren kehrtmachten und fanden eine Häufung von Wolfsspuren. Mark Eikel leuchtete mit seiner Taschenlampe herum und sah etwas, von dem er dachte, dass es Kentons Körper wäre. Er beorderte jeden zum Truck zurück, weil er den anderen den Anblick ersparen wollte (Weder Todd noch Chris sahen Kentons Körper). Auf dem Weg zum Camp rief Mark Eikel mit dem Funkgerät Robert Dennis (Bob) Burseth an, ein Beschäftigter des Camps, ein langjähriger Bewohner des Nordens und ein erfahrener Jäger. (19.00 Uhr) Burseth erkannte, dass etwas Tragisches passiert sein musste und trat in Kontakt mit seiner Frau Rosalie Tsannie-Burseth, die das Amt des örtlichen Coroner in Wollaston Lake ausübt, und bat sie in Kontakt mit RCMP zu treten. Als nächstes rief Chris van Galder die RCMP vom Camp aus an und das Companiebüro wurde informiert. Ungefähr 19.30 Uhr kehrten Eikel und Burseth mit dem Truck zurück, um Kenton zu kontrollieren. Eikel glaubte, dass Kenton tot wäre, aber er wollte sich versichern, dass sein Verstand ihn nicht austrickste, und er wollte eine zweite Meinung einholen. Er parkte den Truck und ging am Rande des Sees entlang, wobei er viele Wolfsspuren bemerkte. Mark Eikel leuchtete mit seiner Taschenlampe, und beide konnten Kentons Körper sehen. Sie sahen blankes Fleisch und Rippen vom Gürtel aufwärts. Die Hose schien er anzuhaben. Eikel und Burseth näherten sich ihm bis auf 30 Fuß. Sie blieben nur ein paar Minuten und kehrten zum Camp zurück, um die Polizei und den Coroner zu erwarten, welche gegen 21.35 PM ankamen.

Weder Burseth noch Mark Eikel kehrten zu dem Körper zurück, bis sie gemeinsam mit dem RCMP Constable Alfonse Noey und Coroner Rosalie Tsannie-Burseth dahin zurückkehrten. Kentons Körper war von der Stelle bewegt worden, wo Mark Eikel und Todd Burseth ihn etwa zwei Stunden zuvor gesehen hatten. Die Entfernung der Bewegung betrug ca. 20 yards. Die handgezeichnete Karte des Beamten Noey zeigte an, dass der Körper 20 Meter gezogen worden war, eine Entfernung, die er am nächsten Tag abschritt. (Wölfe bewegen ohne weiteres ihre erlegte Beute – sogar über eine Meile – wie ich persönlich bestätigen kann durch Beobachtungen, was sie mit Kadavern von Hausschafen machen. Dass Wölfe Kadaver und menschliche Opfer fortschleppen, wird vielfach bestätigt durch eurasische Erfahrungen.) (5) Viel mehr des Körpers war gefressen worden (es gab keine Kleidung mehr bis zu den Knien). Constable Noey bestätigte auf Anfrage, dass das Wölfe gewesen wären. Auf die Frage von Constable Noey, welche Art Spuren Burseth an dem Ort gesehen hätte, wiederholte er, dass er nur Wolfsspuren gesehen hätte. Es waren vier Wölfe gewesen, die vorher durch das Camp gerannt waren (ein schwarzer, ein weißer und zwei graubraune). Die vier waren gesehen worden, wie sie wegrannten (in der Nähe des Camps) am Tag zuvor, am 7. November. Burseth sah auch drei Wölfe, die über den See rannten in Richtung der Tötungsstelle ungefähr 7.45 Uhr AM, am Morgen nach Kentons Tod, das ist der 9. November. Eikel bestätigte, dass vier Wölfe gesehen worden wären in der Nähe des Camps und der Müllhalde.

Ungefähr 21.15 Uhr begannen Constable Noey und Coroner Rosalie Tsannie-Burseth mit der Sicherung und Untersuchung der Stelle. Constable Noey übernahm die Führung, und der Corner sowie Bob Burseth und Mark Eikel folgten ihm im Gänsemarsch. (Das verringert die Zerstörung der Originalspuren). Als Constable Noey sich der Stelle mit Kentons Körper näherte, sah er zwei Wölfe in der Nähe des Körpers (er wiederholt in seinem Bericht und in Gesprächen mit anderen, dass er diese zwei Wölfe gesehen hat). Er schoss zwei Salven aus seinem Gewehr in die Luft, um die Wölfe vom Körper wegzuscheuchen. Constable Noey bemerkte viele Wolfsspuren an Land und im Schnee des gefrorenen Sees. Constable Noey ordnete an, dass Burseth und Eikel auf dem Pfad blieben, während er und der Coroner gingen, um Kentons Körper zu untersuchen. Eikel wurde von Constable Noey beauftragt, in die Luft zu schießen, da Wölfe in den Büschen in der Nähe des Körpers gehört werden konnten. Bob Burseth machte ein Feuer auf dem Pfad, da er sicher war, es würde die Wölfe fernhalten.

Constable Noey und Mrs. Tsannie-Burseth untersuchten und fotografierten den Körper und die Umgebung 40 bis 45 Minuten lang. Dann nahm Constable Noey mit Constable Marion per Funktelefon Verbindung auf und informierte ihn über den Zustand des Körpers und über die Wölfe in dem Gebiet, und Constable Marion genehmigte darauf hin die Bergung von Kentons Körper. Mit Hilfe von Eikel und Burseth legten der Coroner und Constable Noey Kentons Körper in einen Leichensack, welcher von Constable Noey mit Zeit und Datum versehen wurde. Zu jener Zeit entdeckte Constable Noey, dass sein GPS fehlte, und er suchte die unmittelbare Umgebung des letzten Rastplatzes ab (bestürzender Platz nach der Tatsache!) Er instruierte Eikel, abzusichern, dass niemand das Gebiet betreten könne, und ihm wurde von Eikel versichert, dass nur CAMECO-Angestellte die Straße zwischen ihrem Bergwerk (Cigar Lake Mine) und Points North Landing benutzen können und dass sie instruiert worden wären, ihre Fahrzeuge nicht in der Nähe des Camps zu verlassen. Als nächstes nahm Constable Noey die Zeugenaussagen auf.

Am folgenden Tag, dem 9. November 2005, von 13.00 bis 14.14 Uhr besuchten Constable Noey, Bob Burseth und Coroner Tsannie-Burseth noch einmal die Szene bei Tageslicht, um Fotos zu machen und das Geschehen zu analysieren. Hier sind ihre gemeinsamen Ergebnisse, wie sie im Bericht von Constable Noey zusammengefasst sind:

1. Die Fußspuren von Kenton, die nach Süden führten, wurden von einem Wolf verfolgt, der in Kentons Fußspuren hineintrat (dieser Wolf hatte so Kenton vom Camp abgeschnitten, wie es die zwei Wölfe auch versucht hatten mit Chris und Todd am 4. November). Constable Noey vermutete, dass dieser Wolf Kenton folgte und vermutlich auflauerte.
2. Constable Noey folgte Kentons Fußspuren südwärts vorbei an der Tötungsstelle, welche ca. 60 bis 80 Meter betrug (unberührt durch die vorherigen Tagesaktivitäten). Hier war Kenton an der Uferlinie. Noey vermutete, dass Kenton an diesem Punkt, das Camp in Sicht, versucht haben könnte, die Aufmerksamkeit von irgendjemand im Camp zu erlangen, weil da eine klare Blickrichtung auf das Camp war.
3. An dieser Stelle näherten sich mehr Wolfsspuren der Stelle, wo Kenton sich befand, so der Bericht von Constable Noey. Die Wolfsspuren kamen von Süden entlang des Seeufers (mehrere Wölfe näherten sich von Süden, während sich ein Wolf Kenton von Norden näherte. Das sieht aus wie eine Jagdstrategie, die von den Wölfen ausgeführt wurde. Da sich mehrere Wölfe von Süden näherten und einer von Norden, müssen da mehr als zwei Wölfe beteiligt gewesen sein. Er wurde so von wenigstens drei und möglicherweise von allen vier getötet!)
4. Hier kehrten Kentons Fußspuren zurück in Richtung Straße (das bedeutet den Pfad hoch nordwärts in Richtung des Camps).
5. Von hier sind es 10 bis 20 Meter den Pfad entlang, bevor der Schnee zerwühlt ist und so eine Auseinandersetzung anzeigt. Constable Noey bemerkte, dass der Schnee derart zerwühlt war, als ob sich jemand im Schnee gerollt hätte.
6. Die Fußspuren führen jetzt über den Pfad ein wenig in das Moorgestrüpp. Sie zeigen an, dass Kenton gerannt war. Er war halb auf dem Pfad und im Gestrüpp. Da war eine Menge von zerwühltem Schnee.
7. Von hier ist es eine kurze Entfernung nordwärts zur Tötungsstelle, wo der Körper zuerst entdeckt wurde zusammen mit Kleidungsstücken. Als der Körper das zweite Mal gesehen wurde, war er ca. 20 Yards weggezogen worden.
8. Dazwischen gab es zwei Stellen, wo die Spuren zeigten, dass Kenton stand und eine Menge Blut verlor (Fotos zeigen einen beachtlichen Blutverlust). Ein dritter Platz zeigte, er stand und verlor Blut. Die Suchgruppe fand dort den Körper.

Constable Noey fotografierte, bis die Batterie seiner Kamera aufgab, und sammelte alle Kleidungsstücke, die vorher noch nicht gefunden worden waren.

Um 14.31 Uhr erhielt Constable Noey eine CD von Christy Oysteryk mit Fotos, auf denen van Galder und Svarchopf zu sehen sind, wie sie am vorherigen Freitag, dem 4. November, sich mit zwei Wölfen auseinander zu setzen hatten, und er drückt Überraschung aus, dass keiner ihn von der Attacke informiert hatte (kurz: diese Attacke von zwei Wölfen, welche die zwei jungen Männer abwehren konnten – und fotografieren – wurde heruntergespielt. Es war erst nach Kentons Tod, dass die schreckliche Bedeutung dieser Attacke klar wurde).

Zwei Conservations Officers vom Saskatchewan Game Department (SERM), Kelly Crayne und Mario Gaudet, kamen am 10. an, um Nachforschungen anzustellen. Sie stellten in ihrem Bericht fest: „Beamte untersuchten die Stelle und fanden zahlreiche Wolfsspuren in dem Gebiet. Keine anderen großen Tierspuren konnten gefunden werden“.

Im Lichte dessen, was folgte, ist es wichtig, die Natur und Qualifikation der acht Augenzeugen zu untersuchen, die am Tatort zugegen waren, nachdem Kenton getötet wurde.

Mrs. Rosalie Tsannie-Burseth ist nicht nur Coroner für Walloston Lake, sondern auch der Chief von Hatchet Lake Band und Director for Education. Sie hat drei Universitätsabschlüsse, arbeitet an ihrem Doktorat in Soziologie und hat eine lange Karriere im öffentlichen Dienst. Sie wuchs im nördlichen Busch auf, als ihre Familie noch nomadisch war und sie völlig abhängig war von ihren Fähigkeiten im Jagen, Fischen und Fallenstellen, und wurde von ihrem Vater im Spurenlesen unterrichtet. Diese redegewandte und humorvolle Großmutter geht immer noch auf die Jagd.
RCMP Constable Alfonse Noey ist wie Chief Tsannie-Burseth ein Eingeborener, ein Jäger und ein langjähriger Einwohner des Nordens (er erarbeitete einen detaillierten Bericht, basierend auf seinen und Mrs. Tsannie-Burseths Untersuchungen am Ort, und ebenso befragte er alle Augenzeugen des Geschehens).

Robert Dennis (Bob) Burseth, Angestellter im Points North Landing, hat 17 Jahre Erfahrung in dem Gebiet. Er ist verheiratet mit dem örtlichen Coroner und Chief Mrs. Rosalie Tsannie-Burseth. Er ist ein begeisterter Jäger (er tötete die zwei Wölfe (die vom Abfallhaufen) nach der Attacke auf Kenton. Er schießt Bären, die zum Ärgernis im Camp werden).

Todd Svarchopf, Flugoffizier und gut bekannter Buschpilot, Angestellter von Sanders Geophysics in Ottawa, arbeitet vom Camp aus (er bezeugte bei der Befragung des Coroners, dass er Kenton gewarnt hatte auszugehen).

Mark Eikel, Miteigentümer des Camps Points North Landing, ist ein erfahrener Outdoor man und Jäger. Er erschoss den dritten Wolf (250 – 300 Yards entfernt) nach der Attacke auf Kenton. (Er erklärte, er würde einen Bären gesehen haben, falls einer im Gebiet gewesen wäre. Keiner war seit wenigstens einem Monat gesehen worden [Zeugenaussage].)

Chris van Galder, Geophysiker, Angestellter von Sanders Geophysics Ottawa, arbeitet vom Camp aus.

Kelly Crayne und Mario Goudet, Conservation Officers, untersuchten auch den Platz am 10. November 2005 (irgendein Schwarzbär, der sich zur Stelle von Kentons Körper oder wieder weg bewegt hätte, würde von diesen Männern in dem verharschten Schnee entdeckt worden sein).

Bitte zu beachten: Die Spuren und die Zeichen am Tatort wurden somit untersucht von zwei älteren Einheimischen, die große Erfahrungen im Spurenlesen haben, von zwei erfahrenen Jägern des Nordens, von zwei Umweltbeamten, von einem erfahrenen Buschpiloten und einem hoch ausgebildeten Physikwissenschaftler. Svarchopf, van Galder und Eikel, die als erste am Tatort waren, identifizierten nur Wolfsspuren. Sie wurden von Bob Burseth bestätigt, als er darauf bestand, nur Wolfsspuren gesehen zu haben. Er wurde wiederum von RCMP-Constable Noey und Coroner Tsannie-Burseth bestätigt, die nicht nur nur Wolfsspuren auf dem Platz sahen, sondern auch Wölfe sahen und hörten so nah an Kentons Körper, dass Constabble Noey zweimal Schüsse abgab, um die Wölfe zu verscheuchen, und Maik Eikel bat, sein Gewehr abzufeuern. Die Umweltbeamten Crayne und Gaudet sahen auch nur Wolfsspuren. Dazu kommt, Constable Noey und Coroner Tsannie-Burseth identifizierten nicht nur Wölfe als Killer von Kenton Carnegie, sondern entschlüsselten die Spurmuster, die von den Wölfen hinterlassen worden waren und die ein klassisches Jagdmuster der Wölfe zeigten. Das Wolfsrudel hatte sich geteilt, und die Wölfe näherten sich ihrer Beute sowohl von hinten als auch von vorn und schnitten so irgendeinen Fluchtweg ab. Sie dokumentierten vielfältige Attacken und eine Fortbewegung des Opfers bis zum finalen Kollaps. Darüber hinaus hatten sich vier Wölfe seit Wochen an die Aktivitäten im Camp gewöhnt, rannten in Erwartung der Abfallentsorgung entgegen und zogen Plastikabfallsäcke in der Gegenwart von Menschen auseinander, beobachteten die Menschen und vollführten eine nicht erfolgreiche Attacke auf zwei Bewohner des Camps vier Tage, bevor sie Kenton töteten.

Dann kam die Überraschung. Der Coroner von Saskatchewan bat um den Fall, damit er noch einmal von Wissenschaftlern geprüft werde, den Doktoren Paul Paquet, einem Wolfsforscher, und Prof. Ernest G. Walker von der Universität von Saskatchewan. Bevor ihr vertraulicher Bericht vorgebracht wurde, informierte Paquet die bekannten Medien, dass er sofort erkannt hätte, dass ein Schwarzbär Carnegie getötet hätte. Auf den Seiten 29 – 30 von National Wildlife in der Ausgabe Februar/März 2007 können wir in einem Artikel von Paul Tolmé mit dem Titel „Sexy Beasts“ lesen: „Wölfe bleiben heute ein Schreckgespenst, wie es illustriert durch den Tod eines kanadischen Mannes 2005. Als Kenton Carnegies entstellte Leiche entdeckt wurde in der Nähe eines abgelegenen Bergwerkcamps in Saskatchewan von Points North Landing, gab die Royal Canadian Mounted Police sofort Wölfen die Schuld. Die Story machte Schlagzeilen in der ganzen Welt. Aber als der angesehene Wolfbiologe Paul Paquet vom World Wildlife Fund die Untersuchung aufnahm, erkannte er sofort, dass ein Schwarzbär Carnegie getötet hatte. ‚Das Problem ist voreingenommen angegangen worden gleich von Beginn an‘ sagt Paquet. ‚Als ich die Fotos sah, sah ich sofort Bärenspuren‘ sagt Paquet.“ Die National Geographic Society schickte ein Team, um zu filmen und Kentons Tod nachzuvollziehen. Dr. Paquet agierte als Konsultant. (Kentons Eltern waren so aufgeregt vom Ergebnis des „Dokumentarfilms“, dass sie einen Protestbrief an die Society schrieben. Mrs. Tsannie-Burseth erzählte mir, dass sie aufgeregt und sich angegriffen fühlte durch die Art und Weise, wie die Kamera- und Interviewcrew der National Geographic sie behandelt hatte. Sie erzählte mir, dass sie versucht hätte, bei der Untersuchung mit Paul Paquet zu sprechen, aber er wollte nicht mit ihr sprechen und sah ihr nicht einmal in die Augen.). Opfern von Wildlife-Tragödien wird oft die Schuld für den Fall gegeben (6), und es war nicht anders in Kentons Fall. Es hat Kentons Familie furchtbar aufgeregt, es kam einen schamlosen Reinwaschen von Wölfen gleich, dass nicht nur die Öffentlichkeit täuschen konnte, sondern auch die Justiz.
Verstört von der Behandlung, die sie erhalten hatten und die falsche Zurückführung auf ihren Sohn, wandten sich Kentons Eltern an vier Wissenschaftler und baten sie um unabhängige Untersuchungen. Drei stimmten zu: Mark McNay, ein Leitender Biologe aus Alaska, Brent Patterson, als erfahrener Wissenschaftler von Ontario mit beachtlicher Wolfserfahrung, und der dritte war ich selbst. Alle drei schrieben Berichte mit der Schlussfolgerung, dass Paquets Behauptung, dass ein Bär Kenton Carnegie getötet hätte, unhaltbar war und dass Wölfe Kenton Carnegie getötet hatten.

Paquet erklärte, die Berichte der Augenzeugen als unzuverlässig und voreingenommen, als eine nicht untermauerte Behauptung entgegen aller Beweislage.

Paquet untersuchte die Fotos vom Tatort, wie sie vom RCMP Constable Noey aufgenommen worden waren, und verstand fälschlicherweise die Wolfsspuren, die über einen Überlauf auf dem Eis des Sees führten, als Bärenspuren (wo die Wölfe durch eine dünne Schicht von Schnee auf Wasser traten und welches folglich ihre Spuren zerstörte). McNay und ich selbst nutzten Kollegen mit großer Erfahrung mit Wölfen (er von Alaska, ich von Finnland), um noch einmal unsere Erkenntnisse zu prüfen. Alle schlussfolgerten, dass die Spuren, wie sie von Constable Noey fotografiert worden waren, Wolfsspuren sind und McNay demonstrierte, dass die Muster von den gestörten Spuren auf dem Überlauf solche von einem trabenden regulären Caniden sind und sich ziemlich unterschieden von Spurmustern, die Bären hinterlassen. Das bedeutet, drei unabhängige Expertenberichte bestätigen, was die acht Augenzeugen am Tatort beobachtet hatten.

Paquet erklärte, dass die Zahl der forensischen Zeichen als verantwortliches Raubtier den Bär identifizierte:
(a) Wölfe ziehen ihre Beute nicht vom Tötungsplatz weg, sondern verzehren sie gleich dort. Kentons Körper jedoch, so erklärte er, war ungefähr 50 Schritte weggeschleift worden In Nordamerika ist die Erfahrung der Wolfbiologen, die frei lebende Wölfe in Wildnis studieren, so, dass Wölfe ihre Beute dort fressen, wo sie sie erlegt haben. Meine persönliche Erfahrung mit Wölfen, die Schafe meines Nachbarn getötet haben, ist, dass Wölfe ihre erlegte Beute immer in einen Schutz ziehen, bis ungefähr eine Meile von der Schafweide entfernt. Die europäischen Berichte darüber, wie die Wölfe mit ihrer Beute umgehen, Vieh und Menschen eingeschlossen, ist, dass sie diese in einen Schutz wegzerren, weg von der Stelle, wo sie ihre Beute in der Nähe von menschlichen Wohngebieten attackierten (7). Die Lösung dessen, was als Widerspruch erscheint, ist ziemlich einfach: Wölfe, die nicht gestört werden, fressen ihre getötete Beute an Ort und Stelle. Wölfe, die gestört werden oder sich in der Nähe von Gefahr befinden, bewegen ihre Beute. Und das ist, was in dem Fall Kenton Carnegie geschehen war. Die Wölfe fraßen am Tötungsplatz, bis sie von der ersten Suchgruppe gestört wurden. Als die zweite Suchgruppe ankam, hatten die Wölfe Kentons Körper ungefähr 20 bis fast 50 Meter weggezogen.)

(b) Paul Paquet wird zitiert in dem Artikel in National Wildlife, Seite 30: „Die Kleidung und die Haut waren abgezogen worden, damit wiesen sie auf die sogenannte Technik des Bananschalenabziehens hin, üblich bei Bären. (Wie könnte Paquet das wissen? Wie viele bekleidete menschliche Körper, die Wölfe in ihren Fängen hatten, sind denn schon für Prüfungen in Nordamerika verfügbar gewesen? Darüber hinaus ignorierte er, dass die vier Wölfe in diesem Fall eine Menge Erfahrung im Auseinanderreißen und teilweisem Abziehen von Plastik der Plastikabfallsäcke hatten, die angereichert waren mit menschlichem Geruch, um an im Camp entsorgtes Essen zu kommen.)

(c) Die Wölfe hatten Leber und Herz des Opfers nicht gefressen, was ebenso sehr untypisch für Wölfe ist. Ich zitiere vom National Wildlife: „Carnegies Herz und Leber – ‚die begehrtesten Bissen für Wölfe‘ sagt Paquet – wurden intakt gelassen“. (Innere Organe sind gefressen worden – besonders jene, die von Fett umgeben sind. Und das stimmt überein mit meinen eigenen Beobachtungen, wie Wölfe, unterbrochen von sich nähernden Menschen, „programmierten“ ihr Fressen von Schafen, die sie getötet hatten: zuerst das Fett. Paquet zog nicht in Erwägung, dass die Wölfe zweimal gestört worden waren und so nicht in der Lage waren, ihr Fressen zu beenden. Darüber hinaus, auf Seite 48 von Will Grave’s Buch über die russische Erfahrungen mit Wölfen, berichtet ein russischer Wissenschaftler, dass Wölfe, wenn sie einen frisch erlegten Elch fressen, Herz, Lunge und Leber nicht berührt worden wären. Dr. Kaarlo Nygren aus Finnland machte dieselben Erfahrungen.) (8)

Jedoch, ALLE forensischen Zeichen von einem „Bär“ gehen davon aus, dass der Bär stand oder sich bewegte in ungefähr 1,5 Inch tiefem Neuschnee. Z.B. falls ein Bär die Kleidung abgezogen hätte, dann hätte der Bär auf dem Baden im Schnee haben müssen. Ebenso, der Bär müsste sich zur Tötungsstelle bewegt haben müssen, indem er Spuren hinterließ, den Körper gezogen haben, indem er Spuren hinterließ, weggerannt sein, als die erste Suchgruppe eintraf, indem er Spuren hinterließ, zu dem Kadaver zurückgekehrt sein, indem er Spuren hinterließ, und ihn wieder verlassen haben, als der zweite Suchtrupp ankam, wiederum Spuren hinterlassend. Und er würde das alles an Land gemacht haben. Da müssten massive Bärenspuren vom vielseitigem Kommen und Gehen bzw. dem Herumtrampeln um den Körper gewesen sein.

Da gab es keine Bärenspuren!

Meine finnischen Kollegen identifizierten spontan eine einsame Fuchsspur neben den zahlreichen Wolfsspuren.
Wenn sie die Spur eines Fuchses gefunden hatten, würden sie da die Spuren eines Bären verfehlt haben?

All die forensischen Zeichen, die auf einen „Bären“ hinweisen, wie von Paquet proklamiert, sind somit falsche Identifizierungen, da der einzige Bär, der solche Zeichen auf dem Platz der Tragödie hätte hinterlassen können, sich in der Luft befunden haben müsste, da keine seiner Tatzen den verräterischen Schnee erreicht hatte. Darüber hinaus hat Paquets wiederholtes Bestehen darauf, dass seine Annäherung allein im Geist und der Methodik der Wissenschaft läge und unterstützt wäre von überlegener Erfahrung, nachweislich keine Grundlage, wie gezeigt wurde von den drei Expertenberichten und der Befragung des Coroners.

Darüber hinaus erkannte Paquet nicht, dass die betroffenen Wölfe kaum an Menschen gewöhnt waren, sondern sie als Beute betrachteten. Wölfe tun das in der gleichen Weise wie Kojoten (9) in Stadtparks, wenn sie sich Kinder zum Ziel nehmen. Beide Arten von Caniden erkunden Menschen sehr vorsichtig und über einen langen Zeitraum, bevor sie erste Erkundungsattacken durchführen, die die zwei Wölfe gemacht hatten vier Tage vor Kentons Tod.
Ironischerweise: während Biologen Kojoten erkannten, dass die kleineren Kojoten Menschen als Zielbeute betrachten, leugneten jene, die frei lebende Wölfe studieren, dass Wölfe eine Gefahr für Menschen darstellen. Während das Verhalten der Wölfe so ein in der Luft schwebendes Unglück signalisierte, erkannte niemand das als solches, sogar nicht nach der fehlgeschlagenen Wolfsattacke auf van Gelder und Svarchopf vier Tage vor der Attacke auf Kenton. Der Glaube an die Harmlosigkeit der Wölfe war so fest verwurzelt.

Der Coroner ordnete an, dass nur ein Expertenzeuge zugelassen werden würde, um zugunsten der Carnegies Zeugnis abzulegen und wählte Marc McNey. Nach der Anhörung der Augenzeugen am Tatort, von Paul Paquet und der Präsentation durch Mark McNey wies die sechsköpfige Jury Paquets Darstellungen zurück, und zwar einstimmig, trotzdem er von einem Anwalt unterstützt worden war. Die Jury entschied, dass im Falle von Kenton Carnegies Tod Wölfe die Schuld hatten.

1. Da gab es andere Opfer, z.B. den fünfjährigen Mark Leblond, getötet am 24. September 1963 nördlich von Baie-Comeau, Quebec Gerard McNebel am 18. November 1963, Wiinipeg Free Press, S. 12
2. Den folgenden Entwurf einer Abhandlung über die Gewöhnung von Wildlife an Menschen präsentierte ich auf einem Symposium mit dem Titel „Wildlife Habituation: Advances in Unterstanding and Management Application“ durch The Wildlife Society in Madisan, Wisconsin, am 27. September 2005. Wegen persönlicher Umstände konnte ich diese Abhandlung für die Veröffentlichung nicht beenden. Sie hat den Titel Habituation of wildlife to humans: research tool, key to naturalistic recording and common curse for wildlife and hapless humans. Ich veröffentlichte den relevanten Auszug betreffs Wölfe als Anhang B S. 195 – 197 in Will N. Graves 2007 Wolves in Russia. Anxiety Through the Ages (herausgegeben von V. Geist). Detselig, Calgary.
3. Baker, R.O. und R.M. Timm 1998. Management of conflict between urban coyotes and humans in southern California. S. 229 – 312 in R.O. Baker und A.c. Crabs als Herausgeber. Proc 18th Vertebrate Pest Conference, Universität von Californien, Davis.
4. Das Engagement zugunsten der Hypothese des “guten Wolfes“ ist so mächtig, dass, je gebildeter die Menschen sind, es desto wahrscheinlicher scheint, dass sie daran glauben und sich damit selbst in Gefahr bringen. Bis jetzt sind besonders gebildete Menschen Opfer von tödlichen Attacken geworden. Kenton Carnegie ist nicht das einzige Opfer der „harmlosen Wolfshypothese“. Auch die vierundzwanzigjährige Wildlife-Biologin Trisha Wyman wurde getötet und zwar am 18. April 1996 von einem Wolfsrudel in Gefangenschaft in Ontario. Ich hatte ein langes Telefongespräch mit Dr. Erich Klinghammer vom Wolfpark. Er wurde als ein Experte angefordert im Wyman-Fall, und er entdeckte schnell, dass da eine große Überraschung betreffs ihres Todes gab, da von Wölfen nicht angenommen wird, dass sie Menschen angreifen. Ms Wyman hatte den Park vorher schon besucht und einige Zeit damit verbracht, die Wölfe zu studieren. Ihr wurde der Traumjob gegeben, sich um die Wölfe zu kümmern und sie zu interpretieren. Sie überlebte drei Tage! Sie und die Menschen um sie herum, genau wie bei Kenton die Menschen um ihn herum, waren durchdrungen von dem Mythos der „harmlosen Wölfe“, wie von nordamerikanischen Wolfsspezialisten in den späten fünfziger und sechziger Jahren verbreitet wurde. Die Wärter von Wolfrudeln können sich selbst informieren, indem sie sich an die Leute wenden, die Wolfparks betreiben. Diese haben Wölfe seit Jahrzehnten erforscht und können detaillierte Ratschläge darüber erteilen, wie man mit Wölfen und Wolfshunden in Gefangenschaft umgehen sollte. Sie würden sehr schnell von einem irgendwelchen naiven Glauben geheilt werden betreffs konventioneller, jedoch falsch dargestellter Wissenschaft über „harmlose Wölfe“.
5. Siehe SS. 87 – 104, chapter six in Graves (2007) ibid.
6. James Gary Shelton 1998 Bear Attacks, Pogany Production Hagensborg, BC. Shelton betont, wie brutal Opfer von Beuteangriffen verfolgt und verstümmelt worden sind, in Canada und den USA, indem er solche Fälle im Detail aufführt.
7. Will Graves 2007 chapter six, ibid
8. In einer E-Mail vom 28. März 2007 schrieb Dr. Nygren an mich: „Sie (das Wolfsrudel) fraßen ein Ohr und die Zungenspitze, als sie warteten, bis sie an der Reihe waren für die Bauchhöhle. Der Vordermagen wurde größtenteils unberührt gelassen, bis fast alle das Gute von den Innereien gefressen hatten. So geschah es mit der Leber, dem Herzen und der Lunge. Sie wurden beinahe zehn Stunden später herausgenommen, als all die Welpen und ihre Mutter flachlagen um den Platz herum mit ihren vollen Mägen. Dann, beinahe um Mitternacht, kam das männliche Tier heran und begann, den Kadaver in Stücke zu reißen, ein Biss und ein Kilogramm oder zwei. Er fraß so viel, wie es ihm gefiel, dann zog er die Leber heraus, fraß etwas davon und ließ dann davon ab. Bald begann er in Richtung der schläfrigen Welpen zu gehen, die sogleich aufsprangen und ihm freudig entgegeneilten, mit den Schwänzen wackelnd und unterwürfige Gesten zeigend. Sie sahen spaßig aus mit ihren runden Bäuchen. Ein rundlicher weißer Fleck war vom Kopf zu ihren Schenkeln auf dem Bauchfell erschienen und konnte sogar in dem dämmrigen Licht des Herbstes gesehen werden. Dies scheint ein gutes sichtbares Zeichen eines vollgefressenen Wolfes zu sein. Als sie mit ihren Nasen die Lippen des Vaters anstießen, brachte er alles heraus, was in seinem Magen war. Die Welpen fraßen sofort alles auf und kehrten zu ihren Liegestätten zurück. Der männliche Wolf kehrte zu seiner Arbeit zurück, füllte seinen Magen und wiederholte die Prozedur der Fütterung mehrere Male. Er schien einen Liebling unter den Welpen zu haben. Es war der kleinste, ein Weibchen, immer zuerst weggejagt von der Mutter und den Geschwistern. Der weibliche Wolf fütterte niemals die Welpen wie der Vater. Am nächsten Morgen war das Fleisch der Beute praktisch abgenagt, mit blanken Knochen, die hervortraten und einigen Beinen, die völlig von dem Kadaver gelöst waren. Also, die Fettreserven schienen die bevorzugten Bissen zu sein, nicht aber Leber, Herz oder Lunge. Wir haben dies viele Male draußen gesehen. Eingeweide zuerst. Sogar die Hunde werden normalerweise zuerst vom Bauch her geöffnet und die Bauchhöhle geleert. Ich habe viele Hunde gesehen, die um das Zwerchfell herum in zwei Teile zerteilt wurden, die Schwanzhälfte komplett gefressen oder irgendwo hin transportiert. Herz und Lunge wurden in vielen Fällen in der Brusthöhle gelassen.“
9. Baker, R.O. und R.M. Timm 1998, Management of conflict between urban coyotes and humans in southern California, S. 229 – 312 in R.O. Baker und A.c. Crabb eds. Proc. 18th Vertebrate Pest Conference, University of California, Davis

Multiple Sources of Knowledge – Side Bar V. Geist, p.30 in Vol. 23, No.4 Geist; V. 2008 (Zahlreiche Quellen der Kenntnisse – Randbemerkung). Death by Wolves and the power of Myths: the Kenton Carnegie Tragedy (Tod durch Wölfe und die Macht der Mythen: die Tragödie des Kenton Carnegie). Fair Chase Vol. 33, pp 29 – 33, Winter issue.
Ein wichtiges Merkmal des nordamerikanischen Modells des Wildlife-Schutzes ist ihre Durchsichtigkeit und die öffentliche Verantwortlichkeit, ein Merkmal, das nicht auffallend ist z.B. im Management der Nationalparks. Was mit dem gejagten Wildlife passiert, ist jährlich im öffentlichen Interesse, und die Bürger nehmen lebhaft an Diskussionen über Jagdregulationen und ihre Berechtigung teil und halten Manager und öffentliche Beamte verantwortlich in einem äußerst öffentlichen Verlauf. Wegen der Offenheit, des Interesses und Leidenschaftlichkeit müssen jene, die die Entscheidungen treffen, sich selbst im Detail erklären und müssen Kenntnisse einholen aus allen Richtungen. Kenntnisse, die zum Wildlife gehören, kommen aus drei Quellen: Wissenschaft, Geschichte und Fachwissen, soweit es Wildlife betrifft. In Nordamerika hat die Wissenschaft das größte Prestige, in Mitteleuropa ist es das Wissen, das von historisch anerkannten Experten – was Widlife-Manager betrifft, ist die Wissenschaft ein relativ junger Eindringling. Es muss jedoch von vornherein festgestellt werden, dass angesammelte professionelle Erfahrung zwar keine Wissenschaft ist, sie aber trotzdem in der Realität verwurzelt ist und einiges davon ist von hervorragender Wissenschaftlichkeit. Europäisches professionelles Wissen betreff Wildlife zirkuliert nicht in der Öffentlichkeit, aber ist lebenswichtig für Manager, welche normalerweise Besitzer oder Pächter von Jagdgebieten sind, aber genauso gut für kleine Gruppen von professionellen Jägern und Förstern. In Nordamerika ist die Widlife-Wissenschaft sehr stark, wogegen unglücklicherweise Geschichte sehr schwach ist. Während angesammeltes professionelles Wissen kämpft, aufgezeichnet und gehört zu werden. Trotzdem stellen alle drei Kanäle lebenswichtige Informationen zur Verfügung, die in der Öffentlichkeit getestet sind, da die Notwendigkeit dafür wächst. Was das Wolfsthema betrifft, haben die Vernachlässigung und Verachtung der historisch wichtigen Informationen, gekennzeichnet ungerechterweise als voreingenommene Mythen und Märchen, gemischt mit perfekt guter Wissenschaft trotzdem eine fehlerhafte Gelehrsamkeit hervorgebracht und – folglich – eine fehlerhafte Gesetzgebung. Die stolze und einseitige Betonung der Wissenschaft hat gewährleistet, dass, wie der Philosoph Emanuel Kant ausdrückte, wir wieder aus der Geschichte lernen, dass wir nichts von der Geschichte lernen! An diesem Punkt ist das Wissenschafts-Geschichts-Problem, was Wölfe betrifft, nicht gelöst. Jedoch wird es, da Defizite in der Gelehrsamkeit nicht gut bei Gelehrten aufgehoben sind, ungeachtet des Hintergrunds, und Druck von den Wurzeln her, den Interessengruppen, nach einer Lösung zu suchen, wird die Agenda vorwärts treiben. Und das ist die Stärke unseres System der Konservation, basierend auf Verantwortlichkeit und Baisdemokratie.