Prof. Geist: Der Ursprung vom Mythos über den harmlosen Wolf

Original-Artikel unter: http://polymontana.com/geist-origin-of-the-myth-of-harmless-wolves/
November 29, 2010 by Dr. Ed · Leave a Comment
by Valerius Geist, PhD

Prof. Geist: Der Ursprung vom Mythos über den harmlosen Wolf

Die Ausführungen von tausenden verarmten Trappern und Wolffangprämien in Nord-Alberta im frühen 20. Jahrhundert auf die Raubtiere und ihre Beziehungen vom Mythos über den harmlosen Wolf

Liebe Kollegen, ich bin wieder einmal der Überbringer von schlechten Nachrichten, und ich kann euch versichern, dass ich das nicht gewollt habe. Ich habe in historischer Literatur gegraben, um zu erfahren und zu verstehen, warum in Nordamerika der Mythos vom harmlosen Wolf sich so durchgesetzt hat, bis zu dem Punkt, dass die Wissenschaftlichkeit untergraben wurde und einige Gläubige getötet wurden.

Die allgemeine Ansicht vom harmlosen Wolf, die ich auch während meiner akademischen Laufbahn vertrat und vier Jahre in meinem Ruhestand, steht im scharfen Kontrast zu den Erfahrungen anderswo. Jedoch fiel es sicherlich zusammen mit meinen persönlichen Erfahrungen vor 1999, als ein bösartiges Wolfsrudel sich niederließ in der Nähe unseres und unseres Nachbarn Besitzes am Rande eines Farmbezirkes im Zentrum von Vancouver Island.

Ich entdeckte in der Folgezeit, dass sich die Wölfe nicht geändert hatten in ihrem Verhalten, wo auch immer sie herkommen, aber dass Umstände zu äußerst unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Im Allgemeinen weisen Anzeichen darauf hin, dass Wölfe sehr sorgfältig die nahrhaftesten Futterquellen auswählen, solche, die sie am leichtesten und ohne Gefahr bekommen können. Sie greifen gefährliche Beute nur an, wenn sie keine ungefährliche Beute mehr haben, und sie wenden sich neuer Beute nur allmählich zu, nach einer langen Zeit von allmählicher Erkundung.

Wölfe sind sehr vorsichtig dem Fremden gegenüber einschließlich einer potentiellen Beuteart, die ihnen fremd ist. Abfall ist die leichteste und sicherste Futterquelle für Wölfe, und sie machen sich das zunutze.

Wenn sie einmal an Menschen gewöhnt sind auf Grund ihrer Nähe, können anfangen, die Menschen zu erkunden. Die endgültige Erkundung einer fremden Beute durch einen Fleischfresser ist, eine solche zu attackieren. Folgerichtig, die Gefahr von Wölfen, die sich zu sehr an etwas gewöhnt haben.

Jedoch brauchen sie keinen Abfall, sondern nur ein Mangel an Beute, um mit ihrer Erforschung zu beginnen und letztendlich Menschen anzugreifen. Das bedeutet, dass die Wölfe, solange sie ausreichend natürliche Beute haben, das Nutzvieh in Ruhe lassen. Solange sie Vieh haben, lassen sie die Menschen in Ruhe.

Wenn wenig natürliche Beute und Vieh haben, wenden sie ihre Aufmerksamkeit den Menschen und deren Wohnstätten zu, und sie könne sogar in diese einbrechen, um sich Rinder, Pferde, Schweine, Schafe oder Geflügel zu holen. Hunde und Katzen werden vorher attackiert. Wir Mensch sind die nächsten in der Linie, vorrangig Kinder. Aber sogar sind dann die Anfangsattacken von erkundender Natur und unbeholfen und ermöglichen so einigen Opfern zu entkommen. Dieses Szenario ist jedoch außerordentlich selten in Nordamerika, obwohl es gelegentlich von Kojoten praktiziert wird, die sich Kinder in Stadtparks zum Ziel nehmen.

Jedoch ist die Diskrepanz zwischen den globalen und den amerikanischen Erfahrungen mit Wölfen haarsträubend. Wölfe haben tausende über tausende Menschen getötet, wie europäische und asiatische Quellen berichten, jedoch gibt es in Nordamerika nur wenige und umstrittene tödliche Attacken. Die Unterschiede sind real.

Was ging im vergangenen Jahrhundert in Amerika vor sich, was die Wölfe so harmlos machte? Ich hatte das Gefühl, dass ich einen Teil der Antwort hatte, der zeigte, dass Wölfe Wölfe sind, wo immer sie auftreten, aber dass die Umstände zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen im Verhalten der Wölfe führen können.
Ich setzte meine Forschung fort.

In einer Telefonkonferenz mit dem Komitee der Montana Legislative vom oder um den 27. April 2010 unterstellte ich, dass in Kanada das Fallenstellen und die offizielle Wolfkontrolle durch Mitarbeiter der Raubtierkontrolle wahrscheinlich ein guter Teil der Antwort darauf wäre. In der Folge ging ich den unwahrscheinlichsten Quellen nach, einschließlich Folgeuntersuchungen.

Hier sind die Memoiren von zwei deutschen Autoren, die erste ist die zweibändige Arbeit von Max Hinsche (1935) “Kanada wirklich erlebt“ (Canada really experienced) und Reinhard Eben Ebnau (1953) „Goldgelbes Herbstlaub“ (Golden yellow fall leaves).

Zusätzlich untersuchte ich C. Gorden Hewit’s (1921) „The Conservation oft he Wildlife of Canada“, und ich fuhr fort mit dem Werk eines gleichgesinnten und qualifizierten Autors der russischen und sibirischen Bedingungen Egon Freiherr von Kapherr (1941) „Wo es trommelt und röhrt“ (Where [wildlife] drums and roars).

Max Hinsche kam in Kanada 1926 an, und er wurde ein Trapper und Sammler der Tier- und Pflanzenwelt. Er war von Beruf Präparator. Er verbrachte acht Jahre am Athabaska River in Nord-Alberta, aber er reiste für ein Jahr in den damals unerforschten Yukon, bevor er 1935 nach Deutschland zurückkehrte. Er schrieb seine Memoiren in zwei Bänden und kurz darauf starb er. Er kam praktisch mittellos in Kanada an, und es gibt Gerüchte, dass er vor dem Gesetz geflohen war. Als er mit einer bedeutenden Sammlung für das Naturhistorische Museum in Dresden zurückkehrte, war alles irgendwie vergeben, und seine Bücher machten ihn für kurze Zeit zu einem Helden.

Hinsche ist ein exzellenter und lebendiger Schreiber und ein genauer, sorgfältiger und objektiver Beobachter. Sein Bericht ist bei Weitem der beste darüber, wie die Trapper in Nord-Alberta von 1926 bis 1935 lebten. Er beschreibt eine Gemeinschaft von verzweifelt armen, hart kämpfenden Männern, die bei großer Gefahr für sich selbst ihre Fallen stellten für ein mageres Auskommen im Winter. Im Sommer wurden sie als Arbeiter eingestellt, wobei sie gerade genug verdienten, um dann wieder ihre Fallen stellen zu können.

Einige stellten ihre Fallenreihen allein auf, manche auch zu zweit, jedoch sie alle waren verbunden in einem Netz der gegenseitigen Unterstützung und eines Verhaltenskodex. Es ist bewiesen, dass es viele solcher armen Trapper gab, wie Hinsche sie traf am Athabaska, als er seine Fallenreihen aufsuchte. Nach einem ersten furchtbaren Jahr, in welchem Hinsche und einer seiner Begleiter beinahe verhungerten, baute er eine Routine auf, die ihn ziemlich erfolgreich machte und es ihm ermöglichte, einige Museumstücke zu sammeln. Er war praktisch Tag und Nacht draußen und erlebte besonders die kanadischen Winterbedingungen in ihrer vollen Strenge.

Welche Meinung hatte Hinsche zu Wildlife und Wölfen?

Als er 1926 ankam, waren Elche selten, aber sie vermehrten sich und waren reichlich vorhanden, als er 1935 wegging. Hirsche waren ständig reichlich vorhanden. Wölfe gab es, aber sie waren nicht üblich. Hinsche hatten in acht Jahren nur eine ernsthafte Begegnung mit einem Wolfsrudel. Das hat er jedoch in allen Einzelheiten klassisch beschrieben.

Das Rudel begegnete ihm, als er in ein Gebiet kam, wo sie drei Elche und drei Hirsche erlegt hatten. Hinsche wies darauf hin, dass er nur vier Patronen in seinem Gewehr hatte, so machte er einen Rückzieher und erreichte seine Hütte, ohne zu schießen. (Ein Saskatchewan-Freund von mir hat genau das gleiche getan, als er sieben aggressiven Wölfen begegnete und nur fünf Patronen in seinem Gewehr hatte).

Hinsche fing in seinen Fallen natürlich ein paar Wölfe zusammen mit anderen Pelztieren.

Seine Bedeutung liegt in seinem detaillierten Bericht über die Haltung der Trapper gegenüber Wölfen auf Grundlage der Probleme, die die Wölfe ihnen verursacht haben.

Er zeigt auf, dass, wenn Wölfe im Gebiet der Trapper auftauchen, sie zuerst das Großwild verscheuchen, auf das die Trapper als Nahrung angewiesen sind. Diese verzweifelten armen Männer und ihre Hunde vertrauten fast völlig auf das Großwild als Nahrung, um durch die langen Winter zu kommen. Und wenn die Wölfe das Land von Elchen und Hirschen geleert hatten, konnten die Trapper in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.

Wie wir später im Detail von Eben-Ebenau erfahren, war es nicht leicht, das Fleisch für den persönlichen Bedarf aufzubewahren, weil es einigen Bären gelungen war, verstecktes Fleisch aufzuspüren, was bedeutete, dass die Trapper ihre Arbeit mit den Fallen unterbrechen und wieder jagen gehen mussten. Kein Wildlife zum Jagen zu finden, war deshalb eine sehr ernsthafte Sache für die Trapper.

Zweitens folgen Wölfe berüchtigter weise den Trappern und zerstören den Fang in den Fallen. Das war ein ernsthafter finanzieller Verlust für die bereits sehr armen Männer, besonders, wenn die Wölfe wertvolle Pelze zerstörten wie die der Luchse, Marder, Nerze oder Füchse.

Drittens konnten Schlittenhunde töten, ein weiterer ökonomischer Schlag (und ich muss hinzufügen, dass es auch vorkam, dass ein oder mehrere Wölfe einen Trapper attackierten und/oder sein Schlittenhundgespann, wie mir von eingeborenen Trappern berichtet wurde, obwohl weder Hinsche, noch Eben-Ebenau solches berichten).

Folglich unverständlich versuchten Trapper, die Wölfe loszuwerden. Wolfspelz hatte keinen besonderen Wert, jedoch mit einem Kopfgeld war es schon ein Anreiz, Wölfe in Fallen zu fangen. Ein Vorteil des Kopfgeldsystems war, dass nur der Skalp übergeben werden musste, um das Geld zu bekommen. So konnte man sich selbst das Häuten, das Präparieren und den Transport des sperrigen Wolfspelzes ersparen.

Hinsche legt Wert darauf, dass, obwohl Gift entlang der Fallen 1922 verboten worden war, die Trapper es weiter benutzen für Wölfe, weil sie mit etwas Glück ein Wolfsrudel auf einmal vernichten konnten, während sie mit den Fangeisen nur ein oder zwei Wölfe fangen und die Überlebenden weiter ihr Unwesen treiben konnten.

Eben-Ebenau argumentiert in der gleichen Weise, aber die Schlingen betreffend, die auch verboten waren, obwohl das Verbot größtenteils von den Trappern ignoriert wurde. Eine gut gesetzte Folge von Schlingen konnte die meisten eines Rudels fangen und die gefangenen Wölfe schnell töten.

Eben-Ebenau war sehr erfahren im Setzen von Schlingen für Wölfe und fing oder erschoss viel mehr Wölfe als der durchschnittliche Trapper. Außerdem mussten die Fangeisen, um sicher einen Wolf zu halten, ziemlich groß und sperrig sein, was zusätzliche Arbeit für die bereits gestressten Trapper in der Wildnis bedeutete. Die Fallen mussten gesetzt werden entlang von Strecken von bis zu hundert Meilen, und die Fallen solche Strecken zu tragen, war harte Arbeit.

Hundegespanne waren nicht immer verfügbar. Schließlich musste Wild für die Hunde geschossen oder Fisch gefangen, getrocknet und zu den entfernten Hütten entlang der Strecke transportiert werden, und dann war noch das ernste Problem der Bären, die in die Trapperhütten und Verstecke einbrachen. So gab nicht nur den Anreit, Wölfe loszuwerden, sondern auch Bären, und das, können wir versichern, hatte einen positiven Einfluss auf das Überleben der Kitze und Kälber der Hirsche, Elche und Waldrentiere (Karibu).

Eben-Ebenau, der 1929 nach Kanada kam und nach Nordwest-Alberta 1931, beschreibt die Dinge bis 1951. Er war ein deutsches Blaublut und ein gebildeter Mann mit einem unstillbaren Durst auf die Jagd. Ein exzellenter Schreiber, war er zugleich ein abgebrühter, sehr skeptischer Mann, der mit Entschlossenheit gewichtige Fakten aufspürte.

Deshalb legt er nicht nur das Leben der Trapper ähnlich wie Hinsche dar und die sozialen Umstände überzeugender als Hinsche, sondern von Interesse aus heutiger Sicht ist seine Anhäufung von quantitativen Angaben über die Trapper, genauso wie seine Beobachtungen über das Verhalten der Wölfe.

Wir wissen deshalb, wieviele Trapper in Nord-Alberta gab, wieviele Wölfe sie erlegten, wie hoch die Kopfprämie war und wieviel ausgezahlt wurde.

Als nächstes, Eben-Ebenau war ein so exzellenter Beobachter des Wildlife, dass ich mir seine Beobachtungen bei der Synthese der Biologie der Elche in meinen Müchern 1998 „Deer oft he World“ ( „Hirsche der Welt“) und 1999 „Moose“ („Elche“) zu Nutze machte. Eben-Ebenau blieb gut verbunden mit Deutschland, während er eine erstklassige Ausstellung der kanadischen Elchtrophäen für die Jagdausstellung 1937 in Berlin zur Verfügung stellte. Er hielt einen engen Kontakt aufrecht mit dem Naturkundemuseum wie auch mit berühmten deutschen Persönlichkeiten, die er in Kanada begleitete oder mit denen er jagte.

Ich lernte Eben-Ebenau persönlich kennen. Wir korrespondierten und besuchten einander.

Ich konnte seine Sammlung von 1937 bewundern, die jetzt in seinem Haus am Lesser Slave Lake ausgestellt ist, wo er wohnte. Er wurde ein bekannter Führer und Ausrüster, und er wurde geehrt von der Provinz Alberta für seine Arbeit zum Umweltschutz. Das alles wird wichtig im Hinblick darauf, was Eben-Ebenau über die Wölfe in Nord-Alberta schreibt.

Verdienst der Trapper
Max Hinsches (S. 53) und seines Partners Fang von 1926/1927 von einem Wolf und 131 Hermeline erbrachte $ 74.05.
1951 war das Durchschnittseinkommen von einem Trapper in Alberta $ 426, entsprechend Eben-Ebenau (S. 203).
Eben-Ebenau (S. 197) intonierte auch, dass er niemals mehr als 500 Dollar im Winter verdiente. Er hätte das Doppelte eines Zimmermanns verdienen können. Klar, der Verdienst aus dem Fallenlegen war sehr gering, sogar, wenn man berücksichtigt, dass der Wert des Dollars damals viel größer war als heute. Die Ausgaben von Hinsche und seinem Partner 1926/27 wurden nicht gedeckt von dem oben genannten Ertrag aus dem Fallenstellen.

Die Kopfprämie für Wölfe
Die Kopfprämie für Wölfe (Ebenau S. 214) betrug 1935 fünf Dollar, während ein Wolfspelz vier Dollar wert war. 1940 stieg die Kopfprämie auf 10 Dollar, 1944 betrug sie immer noch 10 Dollar, jedoch für den Wolfspelz gab es 15 Dollar. 1948 stieg das Kopfgeld auf 15 Dollar, aber der Wert eines Wolfpelzes war nur noch vier Dollar. So blieb es bis 1952.

Es ist klar, die Kopfprämie bringt einen beachtlichen Wert für einen toten Wolf und ist ein Ansporn, seit nur noch der Skalp für die Abgabe nötig ist.

Das Ausmaß der Tötung der Wölfe
Die registrierte Wolfstötung kletterte von 165 im Jahre 1930 auf 187 im Jahre 1935, als das erste Kopfgeld gezahlt wurde, aber stieg auf 1143 Wölfe im Jahre 1948, als das Kopfgeld 15 Dollar betrug. Die registrierte Wolfstötung fiel auf 829 im Jahr 1952.

Der Anstieg und der Abfall der Wolfstötung durch die Trapper ist grob gleichzustellen dem Vorkriegsanstieg und –abfall bei Elchen in Nord-Alberta.

Die Zahl der Trapper
1944 gab es 2668 registrierte Fallenstrecken, 1948 gab es 2839, 1950 gab es 2813, 1951 gab es 2797 und 1953 waren es 2654.

Jedoch gab es zusätzlich Genehmigungen für Trapper, ausgestellt für Bewohner von Heimstätten, Farmer und Rangers. 1951 gab es 3127 solche Lizenzen sowie 2797 Fallstrecken für insgesamt 5924 Trapper mit Lizenz; die Zahlen von 1953 sind ähnlich. Zuzüglich der Trapper töteten auch Jäger, Farmer, Rangers, Wildhüter und Beamte für die Raubtierkontrolle ebenfalls Wölfe.

Grob geschätzt wurde ein Wolf von drei Fallenstellern pro Jahr getötet. Wir wissen natürlich nicht die gesamte Zahl der getöteten Wölfe, einschließlich der Wölfe, die nicht für die Kopfgelprämien abgeliefert wurden.

Bevor ich fortfahre, muss ich bemerken, dass das sichtbare Tief der Wolfstötung in den frühen 1930-er Jahren stattfand, als das Wildlife sich erholte von einem Tief in früheren Dekaden, so dass die Trapper, besorgt über ihre eigene Nahrung, unbedingt die Wölfe loswerden wollten. Die geringe Wolfstötung reflektiert so die geringe Wolfspopulation.

Jetzt wollen wir einigen interessanten Beobachtungen von Eben-Ebenau folgen. Er weist darauf hin, dass während des Höhepunkts der Fülle der Schneehasen, als die Landschaft mit Hasen gesättigt war (wie ich persönlich bestätigen kann, war ich 1961/62 Augenzeuge dieser Hasenschwemme in BC’s Spazisi nördlicher Wildnis), als die Wölfe zum großen Teil von Hasen lebten. Das entspricht anderen kleinen Fleischfressern. Wenn das Übermaß der Hasen abnimmt, wenden sich die Wölfe mehr und mehr den Hirschen zu (ebenso dem Nutzvieh), entsprechend Albertas Wildhüter seit 1905 Mr. B. Lawton (S. 109, Hewitt 1921), zugleich vermeiden und ignorieren die Wölfe Elche.

Eben-Ebenau beobachtete Wolfsrudel, die Hasen jagten inmitten von Elchen, während die letzteren weiter ästen und die Wölfe völlig ignorierten. Eben-Ebenau sagt weiter, dass er während seiner ausgedehnten Reise niemals einen Elch gefunden hat, der von Wölfen getötet worden wäre. Dies geschieht im westlichen Teil von Nord-Alberta. HInsche war tätig im Osten und zentralen Teil. Er sah oder tötete nicht viele Wölfe, aber er fand ein paar Elchtötungen, und er fand heraus, dass Elche Wölfe meiden. Das trifft auch auf meine Beobachtungen zu in jeder Region, in der ich gearbeitet habe.

Was vor unseren Augen entsteht, ist ein Bild von tausenden verarmten Männern in Nord-Alberta, den Wölfen gegenüber feindlich gesinnt, und die Fallen stellen für ein mageres Einkommen und die die Wölfe eliminieren, so viel wie möglich, besonders wenn sie ein Kopfgeld erhalten und nur den Skalp zu bringen haben.

Das Ausmaß der jährlichen Wolfstötung war so groß, dass die Wölfe überleben konnten bei der Fülle von Hasen mit ein paar Hirschen dazwischen, während sie Elche vermieden.

Wölfe wurden so erheblich in Alberta verringert in einer andauernden Art und Weise im frühen 20. Jahrhundert so sehr, dass sie schwierige und gefährliche Beute vermieden, geschweige denn Nutzvieh, und sie mieden Mensch praktisch vollkommen. Da die Wolfsrudel Hirsche bevorzugten, und ein Hirsch schnell gefressen ist, hatten die Rudel wenig Gelegenheit, den Menschen dabei zu begegnen.

Das Gesagte unterstellt, dass das für die Wölfe gezahlte Kopfgeld, weit entfernt davon, ineffektiv zu sein, sehr effektiv bei der Verringerung der Wolfszahl war, so dass Großwild sich entwickeln konnte.

Darüber hinaus ist es nur bei gegenwärtigen Einsichten in das Wolfsverhalten möglich, dass Eben-Ebenaus Beobachtungen der Wölfe und Elche Bedeutung gewinnen.

Darüber hinaus mit einer Armee von verzweifelten und armen Männern, die sich ihren Lebensunterhalt aus der Wildnis holen, wurden nicht nur die Zahl der Wölfe routinemäßig verringert, sondern fast sicher auch die der Grislybären. Tausende armer Männer, die ihre Fallen wegen der Pelze stellten, praktizierten so ernsthafte Raubtierkontrolle.
Jedoch ist der Mythos vom „harmlosen Wolf“ durch mehr begründet als die Wirklichkeit, erzeugt durch die Wolfskontrolle, durch das kommerzielle Fallenstellen für Pelze durch tausende von armen Trappern, die sich nicht erlauben konnten, Wölfe in ihrer Nähe zu haben.

Dazu kommt, dass es eine systematische Vernichtung der Wölfe gab durch einige einheimische Kulturen im hohen Norden, da Wölfe und Hundegespanne und Fallenstellen nicht vereinbar waren. Im Süden gab es inzwischen Beamte für Raubtierkontrollen, die effektiv Wölfe in Farmbezirken eliminierten.

Kein Wunder, dass die verbleibenden Wölfe scheu waren, müde, unsichtbar und harmlos, was zu der falschen Schlussfolgerung führte, dass das ihrer einzigen und wirklichen Natur entspräche und dass irgendetwas Gegenteiliges ein Vorurteil wäre.

Es ist eine Schande, dass Biologen, mich eingeschlossen, in diese Falle tappten.
Aufrichtig
Valerius Geist
Professor Emeritus of Environmental Science
The University of Calgary